Vorsicht, Zeckenbiss! Risiko von Hirnhautentzündungen

Zecken gehören wohl zu den unbeliebtesten Weggefährten des Menschen in der Natur, denn sie gelten als Überträger von Krankheiten. Doch welche Krankheiten übertragen die Zecken überhaupt? Häufige Antwort ist: Na, Borreliose. Das stimmt zwar, allerdings hat in den letzten Jahren eine neue Infektionskrankheit für Aufmerksamkeit gesorgt, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird und obendrein hochgefährlich ist. Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz FSME, ist eine Hirnentzündung mit begleitender Hirnhautentzündung, die zu schweren Nervenschädigungen bis hin zum Tod führen kann. Inzwischen gibt es eine Impfung gegen FSME und Menschen unterhalb von Mittelhessen wird auch empfohlen, sich impfen zu lassen, sollten sie viel Zeit in der freien Natur verbringen.

Auslöser für die schnelle Verbreitung der Zecken in den letzten Jahren ist unter anderem die Veränderung der klimatischen Bedingungen. Die erhöhten Temperaturen in Bayern und Badem-Württemberg haben dazu geführt, dass sich die Zecken im Sommer besonders wohl bei uns fühlen und verbreiten.

Vorsichtsmaßnahmen und Prävention

Virologen haben nun für das Jahr 2020 ausgerechnet, dass das Risiko, an einer Hirnhautentzündung durch einen Zeckenbiss zu erkranken, um fünfzig Prozent zum Vorjahr gestiegen ist. Das ist eine erhebliche Zunahme. Die Krankheit kann zu bleibenden Lähmungen und anderen neurologischen Ausfällen führen.

Neben der Impfung wird empfohlen, nur mit langen Hosen in die Natur zu gehen und nach dem Ausflug den Körper nach möglichen Zecken abzutasten. Besonders viel Aufmerksamkeit sollte den Ellenbeugen, den Kniebeugen, dem Nacken, den Achseln sowie der Leistenregion gewidmet werden. Sollte eine Zecken gefunden werden, sollte diese so rasch möglich mit einer Pinzette entfernt werden.

Die Bissstelle sollte man über die nächsten Tage hinweg beobachten. Bei einer eintretenden Wanderröte: schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Von allen anderen Hausmitteln und Tipps sollte man tunlichst absehen. Immer wieder kursiert der Irrglaube, den Biss mit Uhu oder Öl zu beträufeln, würde einer Infektion vorbeugen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Flüssigkeit sorgt sogar dafür, dass die Krankheitserreger noch schneller in den Organismus gelangen.